Corona – Symptome

Laut Prof. Dr. Dr. Franz-Xaver Reichl gelten bisher trockener Husten, Fieber und allgemeine Schwäche als Leitysymptome einer Ansteckung mit dem Coronavirus Sars-CoV-2 (vgl. Merkur vom 21.4.2020). Eine Pilotstudie im chinesischen Wuhan – dort war das Virus zuerst ausgebrochen – lege aber nahe, dass auch mit neurologischen Ausfällen zu rechnen sei. Ein gutes Drittel der für die Studie untersuchten Patienten habe Symptome wie Kopfschmerzen, Schwindel, getrübtes Bewusstsein, Bewegungsstörungen, Schlaganfall, Krämpfe und Ausfälle des Riech- und Geschmackssinns gezeigt.

Einen tagelangen Verlust des Geruchssinns bei Infizierten mit leichtem Krankheitsverlauf hatte Mitte März bereits der Bonner Virologe Prof. Hendrik Streeck bei seinen Untersuchungen im nordrhein-westfälischen Kreis Heinsberg festgestellt. Anfang April berichteten belgische Forscher von ähnlichen Erkenntnissen. (Quelle: BR24 vom 3.4.2020)

Nach einem Bericht des Merkur vom 26. Mai könnte anhand von Blutwerten vorauszusagen sein, ob bei einem Covid-19-Patienten ein Lungenversagen droht. Das habe eine Pilotstudie der Ludwig-Maximilians-Universität mit 89 Patienten ergeben. Bei 32 von ihnen sei im Verlauf eine künstliche Beatmung erforderlich geworden. Im Blut all dieser Patienten sei der Botenstoff Interleukin-6 (IL-6) nachgewiesen worden.

Spekuliert wird derzeit noch über mögliche bleibende Lungenschäden durch Covid-19. Nach Merkur-Angaben (21.4.) zeigen CT-Aufnahmen typische Muster der Entzündungsherde. Diese würden als helle Flecken sichtbar und seien in beiden Lungenflügeln verstreut, gelegentlich auch bei leicht Erkrankten. Besonders stark leide die Lunge jedoch bei einem schweren Verlauf, der durchaus Folge einer künstlichen Beatmung sein könne. Diese werde unter Narkose eingeleitet und erhöhe zudem das Risiko für zusätzliche bakterielle Infektionen. Welchen Schaden die Lunge zurückbehalte, sei wohl nicht zuletzt davon abhängig, wie die künstliche Beatmung durchgeführt und wann damit begonnen werde. 

Dazu hat die Deutsche Gesellschaft für Pneumologie und Beatmungsmedizin e.V. (DGP) am 21.4. ein Positionspapier mit Handlungsempfehlungen zu Diagnostik, Monitoring und Therapie bei COVID-19-Patienten veröffentlicht. Wie eine COVID-19-Erkrankung verlaufe, hänge stark vom allgemeinen Gesundheitszustand eines Menschen sowie etwaigen Vorerkrankungen ab, so Prof. Dr. med. Michael Pfeifer, Präsident der DGP und Mitautor des Positionspapieres. 

In der ersten Phase, der frühen Infektion, äußere sich COVID-19 vor allem in Geschmacksstörungen, Halsschmerzen, Husten und in seltenen Fällen durch Durchfall. In der zweiten Phase greife das Virus auf die Lunge über und löse Entzündungen des Lungengewebes aus, die rasch dazu führen könnten, dass die Sauerstoffversorgung im Körper gestört sei. In dieser Phase werde die Gabe von Sauerstoff erforderlich. Die dritte Phase sei durch schwere Lungenschäden bis hin zum Organversagen gekennzeichnet. Spätestens in dieser Phase müssten viele Patienten apparativ unterstützt werden – bis hin zur kontrollierten Beatmung über einen Tubus (Schlauch). Laut Positionspapier geben Röntgen- bzw. CT-Untersuchung und Blutgasanalyse Aufschluss über das Ausmaß der Lungenschäden. Ein strenges Monitoring der Vital- und Blutwerte helfe dabei, die Entwicklung eines Lungenversagens wie auch weiterer Organschädigungen festzustellen und frühzeitig behandeln zu können.

Die Lungenfachärzte der DGP wehren sich gegen Behauptungen, Patienten würde durch die Beatmung Schaden zugefügt. Eine künstliche Beatmung löse nicht grundsätzlich bleibende Gesundheitsschäden an der Lunge aus. Zwar gebe es Patienten, bei denen der Heilungsprozess nach einer solchen Beatmung länger dauere. Einer vollständigen, möglicherweise durch Reha-Maßnahmen begleiteten Genesung stehe jedoch in der Regel nichts im Wege. Bei schweren Verläufen von COVID-19 sei die Beatmung eine lebensrettende Maßnahme. 

Hamburger Ärzte haben (vgl. Süddeutsche Zeitung vom 11. Mai 2020) bei der Obduktion von fast 200 Verstorbenen herausgefunden, dass bei so manchem Covid-19-Infizierten nicht eine Lungenentzündung, sondern eine Lungenembolie zum Tod geführt hatte. In diesen Fällen hätten sich Thrombosen gebildet, die das Risiko für gefährliche oder auch tödliche Verschlüsse in Herz, Gehirn und Lunge erhöhten, so Prof. Stefan Kluge vom Universitätsklinikum Hamburg Eppendorf (UKE). Laut SZ haben Schweizer Pathologen bei ihren Obduktionen von Corona-Toten ebenfalls eine hohe Rate an Lungenembolien festgestellt.

Wie die SZ damals weiter berichtete, habe man im UKE mit dem Gedanken gespielt, Covid-19-Infizierten prophylaktisch blutverdünnende Medikamente (Anmerk.d.Red.: z.B. #Heparin ) zu verabreichen, um das Risiko für Gefäßverschlüsse zu senken.

In der Süddeutschen vom 12. Mai berichtete (Dr. med.) Christina Bernd von einem möglichen Zusammenhang zwischen einer Covid-19-Infektion und dem #KawasakiSyndrom bei Kindern. Kinderärzte aus aller Welt hätten bei ihren jungen Patienten eine umfassende Entzündung der Blutgefäße entdeckt, die mit tagelangem Fieber und Hautausschlag einhergehe. Oft sei auch die Bindehaut entzündet, die Zunge geschwollen und die Lippen seien rissig. Prof. Reinhard Berner, Direktor der Kinderklinik an der Universität Dresden und Vorstandsmitglied der Deutschen Gesellschaft für Kinder- und Jugendmedizin, nehme entsprechende Berichte sehr ernst. Denn dass Corona die Gefäße angreife, sei längst gezeigt worden. Im deutschen Register gebe es jedoch nur fünf Kinder, bei denen eine solch umfassende Entgleisung des Immunsystems festgestellt und auf Sars-CoV-2 zurückgeführt worden sei.

Warum unser #Abwasser als #CoronaFrühwarnsystem dienen könnte, erläuterte Werner Bartens in der SZ vom 26.5.2020 unter der Überschrift „Alarm aus dem Klärwerk“. Ein Team um den französischen Virologen Sébastien Wurtzer habe den Anstieg und das Abflauen des Corona-Ausbruchs in Paris anhand der Konzentration des Erregers in Kanalisation und Klärwerken erkennen können, ehe sich die Fälle in Arztpraxen und Klinken häuften. Bestandteile der Viren-RNA ließen sich molekularbiologisch noch längere Zeit im Abwasser nachweisen. Das gelte auch für die Ausscheidungen von Menschen, die sich zwar angesteckt hätten, aber keinerlei Symptome entwickelten, so dass auch unbemerkt verlaufende Infektionen erfasst würden. In Deutschland, so Bartens, wäre es dank eines engmaschigen Netzes aus 9105 Kläranlagen möglich, „ein Infektionsgeschehen nicht nur lokal auf die 294 Landkreise und 107 kreisfreien Städte einzugrenzen, sondern genauer zu bestimmen, in welchem Gebiet es vermehrt zu Ansteckungen gekommen ist“.

Forscher der Frankfurter Goethe-Universität haben sich laut Merkur vom 26. August 2020 des Themas angenommen und im Verbund mit einem überregionalen Team den Nachweis erbracht, „dass #gezielteAbwasserkontrollen als Frühwarnsystem für eine lokale Ausbreitung des #Coronavirus dienen können“. Wie es im Merkur weiter heißt, sei es der Forschungsgruppe gelungen, „ihre Messwerte aus den Kläranlagen in ein System einzupassen, das künftig zum Monitoring für die Verbreitung des Virus taugt“. Dadurch, dass Infizierte über ihre Fäkalien zumindest Fragmente des Coronavirus ausschieden, lasse sich mit überschaubarem Aufwand regelmäßig in den Kläranlagen überprüfen, auf welchem Stand die lokale Virusverbreitung gerade sei, so Prof. Henner Hollert . Mit Hilfe des Monitorings soll es möglich sein, zu quantifizieren, ob die Zahl 50 Corona-Fälle pro 100.000 Einwohner – der momentane Schwellenwert zum Eingreifen – erreicht ist.