Corona – Maskentypen u. wie man die Masken richtig trägt

Masken- und Hygieneregeln bleiben unser Garant, die zweite Corona-Welle abschwächen zu können. Was Prof. Dr. Dr. Franz-Xaver Reichl in unserem Video vom 17. April 2020 empfiehlt, ist insofern weiterhin gültig. (Nur von einem #FleeceSchal ist abzuraten -> s.u.)

Nun warnt Prof. #ClemensWendtner, Chefarzt der Infektiologie des Klinikums Schwabing, im Merkur wieder davor, auf Masken zu verzichten. Der Mediziner hatte zu Beginn des Jahres die bundesweit ersten Corona-Patienten behandelt. Es sei zwar „allzu menschlich, dass es Ermüdungserscheinungen“ bei den Vorsichtsmaßnahmen gebe. Trotzdem solle jeder Einzelne „den inneren Schweinehund überwinden und an den AHA-Regeln festhalten“. ( #AHA steht für Abstand, Hygiene, Alltagsmasken. Eine Anleitung zum richtigen Umgang mit Masken sehen Sie in unserem -> Video vom 17.4. mit Prof. Franz-Xaver Reichl/s.u.) Es deute nichts darauf hin, dass sich das Virus abgeschwächt haben könnte. Die Todesrate sei rückläufig, weil man in der klinischen Versorgung besser geworden sei, so Wendtner weiter. Durch Cortison-Therapien seien Entzündungsreaktionen frühzeitig zu unterbinden, so dass schwere Verläufe abgemildert werden könnten.

Mit dem Medikament #Remdesivir könne ungefähr der Hälfte der Patienten geholfen werden. Es sei wichtig, dass das ursprünglich gegen Ebola entwickelte Medikament ab Oktober in ganz Deutschland als offiziell zugelassenes Arzneimittel verfügbar werde. (Remdesivir wird derzeit versuchsweise gegen schwere Verläufe von Covid-19 eingesetzt. Die Arzneimittelagentur der EU prüft aber noch, ob es die Nieren schädigt.)

Die #Massenproteste gegen das Impfen sind laut Merkur für Wendtner schwer nachvollziehbar. Die Krankenhäuser müssten die „Kollateralschaden“ auffangen und am Ende auch erkrankte Impfgegner behandeln.

Noch einmal zum Video mit Prof. Dr. Dr. Franz-Xaver Reichl: Am 17. April 2020 erläuterte der LMU-Professor vor unserer Kamera, wie und in welchem Maße „Community-Maske“, Einweg-OP-Maske, FFP2- und FFP3-Maske schützen und was beim Umgang mit ihnen zu beachten ist. 

Reichls dringender Empfehlung, den Nasenbügel zu nutzen, um die Maske unter der Augenpartie dicht anzudrücken, schloss sich später der Rottach-Egerner Augenarzt Dr. Johannes Bräuning an. Durch diese Maßnahme seien die Augen vor stärkerer Luftströmung zu schützen. Der Ausatmungswind könne sonst zum „Abdampfen des Tränenfilms“ führen, was gerade Menschen mit ohnehin trockenen Augen zu spüren bekämen. 

Dass die Pflicht zum Tragen des Mund-Nasen-Schutzes deutlich zur Eindämmung der Corona-Pandemie beiträgt, wurde durch eine Studie bestätigt. Wie es in einer Mitteilung der Johannes Gutenberg-Universität Mainz heißt, hätten vier Universitäten die Entwicklung der Infektionszahlen in Jena mit der in anderen Städten mit ähnlichen Voraussetzungen, aber später einsetzender Maskenpflicht verglichen. In der thüringischen Stadt Jena mussten die Menschen bereits ab 6. April 2020 eine Maske tragen. Dadurch sei es gelungen, die Zahl der Neuinfektionen mit dem Coronavirus SARS-CoV-2 „praktisch auf null“ zu senken. 

In der Wochenendausgabe der SZ vom 11./12. Juli wird Klaus-Dieter Zastrow, Professor für Hygiene an der Technischen Hochschule Gießen, zitiert mit den Worten: „Mit Masken für alle wäre die Pandemie im Kern erstickt worden.“ Die Botschaft hätte gleich lauten müssen: „Ziehen Sie sich irgendetwas über Mund und Nase, alles ist besser als nichts.“

Zum selbstschützenden Effekt der Maske heißt es im gleichen Artikel, ob und wie krank ein Mensch werde, der mit Sars-CoV-2 in Berührung komme, hänge von der Zahl der Viren ab. Nach den Worten von Sars-Mitentdecker Yuen Kwokyung brauche es 40 bis 200 Viruspartikel, die auf das Nasenepithel, in die Augen oder den Rachen gelangten. An anderer Stelle ist von Versuchen die Rede, die gezeigt hätten, dass einfache Baumwollmasken – selbst feuchte – eine Verbreitung ausgeatmeter Tröpfchen vermieden. 

Laut Süddeutscher Zeitung vom 20. August 2020 könnte jedoch von einer Mund-Nasen-Bedeckung durch ein Fleece-Gewebe abzuraten sein. Tests hätten ergeben, dass bei einem übers Gesicht gezogenen Schlauchschal aus Fleece mehr Tröpfchen in die Umgebung abgegeben werden als beim ungehinderten Sprechen. Forscher vermuteten, dass das Material die Sprech-Tröpfchen fein zerstäube, so dass sie länger in der Luft blieben und weiter flögen als größere. Von dieser Erkenntnis konnte Prof. Reichl bei unserer Aufnahme im April noch nichts wissen.)

Wie der Merkur am 10. Oktober 2020 berichtete, hat eine Studie in Kanada ergeben, dass ein Mund-Nasen-Schutz das Risiko einer Corona-Infektion um rund ein Drittel senken kann.