Corona – Medikamente, die gegen das Virus helfen könnten

In unserem Video vom 17.4.2020 nennt Prof. Franz-Xaver Reichl an erster Stelle #Remdesivir , das durch die Hemmung des Enzyms #Polymerase die Vermehrung der Viren vermindern soll. Die WHO zähle den antiviralen Wirkstoff zu den vielversprechendsten Medikamenten gegen #Covid19 .

Remdesivir wurde vom US-Unternehmen Gilead Sciences ursprünglich zur Behandlung von Ebola entwickelt. Die US-Arzneimittelbehörde FDA hat das antivirale Medikament jetzt zur Behandlung von Covid-19-Patienten offiziell zugelassen. Das Mittel hatte seit Mai bereits eine Ausnahmegenehmigung.

Nach Angaben der Münchner ‚Abendzeitung‘ wurde Remdesivir auch im Münchner Klinkum Schwabing an einigen Patienten mit Erfolg getestet. Unter Berufung auf Clemens Wendtner, Chefarzt der an einer Studie beteiligten Klinik für Infektiologie, schreibt die Zeitung, nach zurückhaltenden Schätzungen habe die Hälfte der behandelten Patienten profitiert. Es sehe danach aus, dass schwer Erkrankte früher von den Beatmungsmaschinen genommen werden könnten. (Quelle: https://www.abendzeitung-muenchen.de/…)

(Laut Süddeutscher Zeitung vom 24.8.2020 soll Remdesivir Patienten mit mittelschwerem und schwerem Krankheitsverlauf helfen.)

Wie der Merkur am 5. Oktober in einem Artikel über die Behandlung des an Covid-19 erkrankten US-Präsidenten berichtet, empfehle die Europäische Arzneimittel-Agentur EMA Remdesivir für Patienten ab 12 Jahren, die eine Lungenentzündung hätten und mit Sauerstoff versorgt werden müssten. Experten betonten, das Medikament sei lediglich ein erster Schritt, nicht aber ein Allheilmittel.

Prof. Reichl nennt in unserem Video auch das Medikament #Chloroquin , das zur Behandlung von Malaria- und Rheuma-Patienten bereits zugelassen sei. Dies habe den Vorteil, dass Chloroquin im Rahmen eines sogenannten „Off-Label Use“ (= zulassungsüberschreitende Anwendung) auch gegen das Coronavirus eingesetzt und viel schneller als etwa Remdesivir zugelassen werden könnte, nach Prof. Reichls Worten (Aufnahme vom 17.4.2020) vielleicht schon in wenigen Monaten. Laut Süddeutscher Zeitung vom 26.5.2020 warnen inzwischen einige Wissenschaftler vor einer Behandlung mit Chloroquin. Das Medikament stehe im Verdacht, Herzrhythmusstörungen auszulösen. Prof. Dr. med. Frank Ruschitzka von der Klinik für Kardiologie am Universitätsspital Zürich plädiere dafür, das Malariamittel nicht mehr einzusetzen, bis die Ergebnisse von „aktuell noch laufenden randomisierten klinischen Studien vorliegen“.

Wie der Merkur am 15.4.2020 berichtete, gehört Chloroquin wie #Camostat und #APN01 zu den #EntryInhibitoren . Diese sollten verhindern, dass die Coronaviren überhaupt in die Wirtszellen eindringen können. Um in die Wirtszelle hinein zu gelangen, nutzten die Viren einen Rezeptor namens #ACE2 . An diesem Rezeptor docke das Virus mit seinen sogenannten #Spikes an, die man sich wie Greifarme vorzustellen habe. Das Medikament APN01 nutze folgenden Trick: Es ahme das menschliche Enzym ACE2, den Rezeptor (s.o), nach und setze darauf, dass das Virus an ihm andocke statt an den Zellen des Erkrankten.

Zu den Therapien, die die Vermehrung der Viren in den Wirtszellen hemmen sollten, gehöre wie Remdesivir auch #Favipiravir , das in einigen Ländern zur Influenza-Therapie zugelassen sei. In China verfüge Favipiravir bereits über eine Zulassung zur Behandlung von Covid-19, wenn auch eine auf 5 Jahre befristete. Zur Gruppe der Vermehrungshemmer sind laut Merkur auch #Lopinavir und #Darunavir zu zählen. Beide Medikamente seien für HIV-Patienten entwickelt worden.

In der Merkur-Ausgabe vom 15. April 2020 wird außerdem vorgestellt, wie das #Hyperimmunserum wirken soll. Antikörper aus dem Blut von Patienten, die eine Covid-19-Erkrankung überstanden haben, würden im Labor aufbereitet und als Infusion verabreicht. Im Körper des aktuell Erkrankten sollten die Antikörper aus dem Spenderblut dabei helfen, die Viren unschädlich zu machen.

Näheres zur Diagnostik erläutert Prof. Reichl in seinem Video zu Corona, ab etwa TC 14 Minuten.

Hamburger Ärzte haben (vgl. Süddeutsche Zeitung vom 11. Mai 2020) bei der Obduktion von fast 200 Verstorbenen herausgefunden, dass bei so manchem Covid-19-Infizierten nicht eine Lungenentzündung, sondern eine Lungenembolie zum Tod geführt hatte. In diesen Fällen hätten sich Thrombosen gebildet, die das Risiko für gefährliche oder auch tödliche Verschlüsse in Herz, Gehirn und Lunge erhöhten, so Prof. Stefan Kluge vom Universitätsklinikum Hamburg Eppendorf (UKE). Laut SZ haben Schweizer Pathologen bei ihren Obduktionen von Corona-Toten ebenfalls eine hohe Rate an Lungenembolien festgestellt. Wie die SZ damals weiter berichtete, habe man im UKE mit dem Gedanken gespielt, Covid-19-Infizierten prophylaktisch #BlutverdünnergegenCorona zu verabreichen, um das Risiko für Gefäßverschlüsse zu senken.

Für diese Strategie spricht eine US-Studie mit knapp 4400 Teilnehmern. Durch Blutverdünner-Gaben soll dort das Sterberisiko von Covid-19-Patienten um die Hälfte reduziert worden sein.