Corona – Medikamente, die gegen das Virus helfen könnten

In unserem Video nennt Prof. Franz-Xaver Reichl an erster Stelle #Remdesivir , das durch die Hemmung des Enzyms #Polymerase die Vermehrung der Viren hemmen soll. Die WHO zähle den antiviralen Wirkstoff zu den vielversprechendsten Medikamenten gegen #Covid19 .

Remdesivir wurde vom US-Unternehmen Gilead Sciences ursprünglich zur Behandlung von Ebola entwickelt. Es könnte jedoch auch gegen das #Coronavirus wirken. Dafür zugelassen ist der Wirkstoff in Deutschland noch nicht.

In den USA hat Remdesivir inzwischen eine #Notfallzulassung erhalten, d.h. Krankenhäuser dürfen den Wirkstoff begrenzt einsetzen. Eine klinische Studie soll gezeigt haben, dass Remdesivir den Genesungsprozess von Covid-19-Patienten um einige Tage verkürzen kann.

Nach Angaben der Münchner ‚Abendzeitung‘ wurde Remdesivir auch im Münchner Klinkum Schwabing an einigen Patienten mit Erfolg getestet. Unter Berufung auf Clemens Wendtner, Chefarzt der an einer Studie beteiligten Klinik für Infektiologie, schreibt die Zeitung, nach zurückhaltenden Schätzungen habe die Hälfte der behandelten Patienten profitiert. Es sehe danach aus, dass schwer Erkrankte früher von den Beatmungsmaschinen genommen werden könnten. (Quelle: https://www.abendzeitung-muenchen.de/…)

Prof. Reichl nennt in unserem Video auch das Medikament #Chloroquin , das zur Behandlung von Malaria- und Rheuma-Patienten bereits zugelassen sei. Dies habe den Vorteil, dass Chloroquin im Rahmen eines sogenannten „Off-Label Use“ (= zulassungsüberschreitende Anwendung) auch gegen das Coronavirus eingesetzt und viel schneller als etwa Remdesivir zugelassen werden könnte, nach Prof. Reichls Worten (Aufnahme vom 17.4.2020) vielleicht schon in wenigen Monaten. Laut Süddeutscher Zeitung vom 26.5.2020 warnen inzwischen einige Wissenschaftler vor einer Behandlung mit Chloroquin. Das Medikament stehe im Verdacht, Herzrhythmusstörungen auszulösen. Prof. Dr. med. Frank Ruschitzka von der Klinik für Kardiologie am Universitätsspital Zürich plädiere dafür, das Malariamittel nicht mehr einzusetzen, bis die Ergebnisse von „aktuell noch laufenden randomisierten klinischen Studien vorliegen“.

Wie der Merkur am 15.4.2020 berichtete, gehört Chloroquin wie #Camostat und #APN01 zu den #EntryInhibitoren . Diese sollten verhindern, dass die Coronaviren überhaupt in die Wirtszellen eindringen können. Um in die Wirtszelle hinein zu gelangen, nutzten die Viren einen Rezeptor namens #ACE2 . An diesem Rezeptor docke das Virus mit seinen sogenannten #Spikes an, die man sich wie Greifarme vorzustellen habe. Das Medikament APN01 nutze folgenden Trick: Es ahme das menschliche Enzym ACE2, den Rezeptor (s.o), nach und setze darauf, dass das Virus an ihm andocke statt an den Zellen des Erkrankten.

Zu den Therapien, die die Vermehrung der Viren in den Wirtszellen hemmen sollten, gehöre wie Remdesivir auch #Favipiravir , das in einigen Ländern zur Influenza-Therapie zugelassen sei. In China verfüge Favipiravir bereits über eine Zulassung zur Behandlung von Covid-19, wenn auch eine auf 5 Jahre befristete. Zur Gruppe der Vermehrungshemmer sind laut Merkur auch #Lopinavir und #Darunavir zu zählen. Beide Medikamente seien für HIV-Patienten entwickelt worden.

In der Merkur-Ausgabe vom 15. April 2020 wird außerdem vorgestellt, wie das #Hyperimmunserum wirken soll. Antikörper aus dem Blut von Patienten, die eine Covid-19-Erkrankung überstanden haben, würden im Labor aufbereitet und als Infusion verabreicht. Im Körper des aktuell Erkrankten sollten die Antikörper aus dem Spenderblut dabei helfen, die Viren unschädlich zu machen.

Näheres zur Diagnostik erläutert Prof. Reichl in seinem Video zu Corona, ab etwa TC 14 Minuten.