Corona – Verdopplungsrate


Ab 27. April 2020 werden in Bayern alle ab 6 Jahren verpflichtet, Mund und Nase zu bedecken, wenn sie haushaltsfremden Menschen begegnen könnten. In unserem Video-Interview hatte der LMU-Mikrobiologe Prof. Franz-Xaver Reichl schon zuvor dringend dazu aufgerufen, „Community Masken“ bereits jetzt anzulegen.

Nach Einschätzung des Mikrobiologen Reichl ist es ein fataler Irrtum zu glauben, mit der Lockerung der Maßnahmen zur Eindämmung des Coronavirus könne man Schutzmaßnahmen wie das Abstandsgebot außer Acht lassen. Sonst verdoppele sich die Zahl der Infizierten wieder sehr schnell.

Bedenken bezüglich voller Supermärkte meldete im Merkur (vom 22.4.2020) der stellvertretende Landesarzt des BRK, Dr. Florian Meier, an. Das sei „teilweise Wahnsinn“, meint Meier, der momentan zusätzlich als Versorgungsarzt des Landkreises fungiert. Unter solchen Umständen könnten die Kunden kaum den so wichtigen Sicherheitsabstand einhalten.

Gleichermaßen schwierig sei das beim Friseur. Eine FFP-2-Maske für den/die Friseur/in und ein Mund-Nasen-Schutz für die Kunden hält Meier dort deshalb für unerlässlich. Hinzukommen müsse eine Flächendesinfektion, Händewaschen sowieso.

Die bisherigen Maßnahmen zur Eindämmung des Coronavirus sind nach Meiers Einschätzung „gut gelaufen“ – im Land wie im Landkreis Miesbach. Obwohl man hier zu den Hotspots gehöre, habe man aktuell „nur ganz wenig neue Fälle“ und nur wenige Patienten müssten auf die Intensivstation. Die Menschen folgten dem Rat der Experten. Außerdem habe man von Anfang an viel getestet und so viele Infizierte entdeckt, was der „sehr guten“ Strategie vom „Kollegen Dr. Thomas Strassmüller“ (Vorsitzender des ärztlichen Kreisverbandes) zuzuschreiben sei.

Einen „super Job“ machten auch die niedergelassenen Ärzte im Landkreis. Keiner sperre zu, sogenannte Schwerpunktpraxen müssten nicht eingerichtet werden. Für die Patienten sei das ein großer Vorteil, wisse ihr Arzt doch am besten über ihre Vorerkrankungen Bescheid, so Meier weiter.