Ludwig-Erhard-Gipfel 2021 – Hürde für Startups

Ein Aspekt beim Gesundheitstalk zum Thema „Wie können wir in der Medizin Forschung und Entwicklung als Ursprung der Wertschöpfung in Europa stärken?“ im Rahmen des Ludwig-Erhard-Gipfels 2021, der Corona-bedingt aus den BavariaFilm-Studios in Grünwald gestreamt wurde.

„Du wirst hinfallen, es ist aber nicht schlimm!“ Ähnlich ermutigende Worte hören Gründer in Deutschland viel zu selten, beklagte Prof. Dr. Katharina Hölzle vom Hasso-Plattner-Institut an der Universität Potsdam. Man sage Startups viel zu selten „Probier’s aus! Mach‘ was Neues!“ Bei uns belohne man vorwiegend diejenigen, die nur danach strebten, Bewährtes immer noch etwas besser zu machen. Wir schafften es nicht, so Hölzle weiter, die wachsende Unsicherheit in der Welt um uns herum als Herausforderung zu begreifen und diese mit „Lust“ anzunehmen. Die verbreitete Scheu vor dem Risiko liege allerdings nicht in unseren Genen, ergänzte Prof. Dr. Alexander Kekulé. Die Politik könne dieser ausgeprägten Sicherheitsorientierung dadurch entgegenwirken, dass sie Gründern einen Teil ihres Risikos abnehme. Der Virologe und Epidemiologe verwies darauf, dass man es sich z.B. in den USA viel eher erlauben könne, mit einem Startup zu scheitern. Während man nach einem Konkurs hierzulande von einer Bank kein Geld mehr bekomme, hörten Gründer in den Staaten, sofern sie keine handwerklichen Fehler gemacht hätten, ein „Nice try!“, verbunden mit verständnisvollem Schulterklopfen. Ihrem nächsten Kredit stehe dort nichts im Wege. Mehr zum LEG-Gesundheitsgipfel vom 11. Mai 2021