Biontech – Impfstoffproduktion in Marburg soll im Februar anlaufen

Die notwendigen Umbauten an der Produktionsanlage wurden einem Zeitungsbericht zufolge bereits vorläufig zugelassen. Die seit Monaten laufenden Vorbereitungen für den Produktionsstart liegen laut Biontech im Zeitplan. Bundesgesundheitsminister Spahn hofft nach eigenen Worten nun auf frühere Lieferungen bestellter Dosen. Wie Biontech-Vorstandsmitglied Dr. #ÖzlemTüreci im SPIEGEL-Interview (Nr. 1 / 2.1.2021) angekündigt hatte, könnte eine weiterentwickelte Generation des Impfstoffes im Spätsommer verfügbar sein. In voraussichtlich drei Monaten werde man zunächst einmal die Vorgaben für Transport und Lagerbedingungen verbessern können.

Zu den Möglichkeiten des Unternehmens, die Produktionskapazitäten deutlich hochzufahren, hatte Biontech-CEO Prof. #UğurŞahin (Türecis Ehemann) an gleicher Stelle geäußert, man versuche, neue Kooperationspartner zu gewinnen. Es sei allerdings nicht so, dass überall in der Welt spezialisierte Fabriken ungenutzt herumstünden und jetzt „von heute auf morgen Impfstoff in der nötigen Qualität herstellen könnten“. Die Herstellung von mRNA-Impfstoffen in Arzneimittelqualität sei „alles andere als trivial“. Da könne man nicht einfach von Aspirin- oder Hustensaftproduktion umschalten und plötzlich Impfstoff herstellen. Dieser Prozess erfordere jahrelange Expertise sowie eine „entsprechende bauliche und technologische Ausstattung“. Ende Januar stelle sich heraus, wie viel mehr man produzieren könne, um die Löcher zu stopfen, die dadurch entstanden sind, dass andere Impfstoffe nicht wie erwartet zugelassen wurden.

Zum von vielen Menschen in Deutschland geforderten Sonderkontingent ( #Biontech hatte Forschungsgelder vom Bund erhalten) hatte Şahin gegenüber dem SPIEGEL weiter gesagt, Deutschland werde ausreichend Impfstoff bekommen. Man habe jedoch von Anfang an betont, dass Biontech sich als „globales Unternehmen verstehe“ und seinen Impfstoff weltweit zur Verfügung stelle. Der Biontech-Impfstoff sei mittlerweile in 50 Ländern zugelassen. Diese müsse und wolle man beliefern. Şahin wörtlich: „Wenn 500.000 Dosen für ein Entwicklungsland bestimmt sind, müssen die dort auch wirklich ankommen. Wichtig ist, dass in möglichst vielen Ländern ältere Menschen und das medizinische Personal geimpft werden können.“

Auf die Frage, was beide Forscher motiviert habe, sich ausgerechnet mit mRNA zu beschäftigen, obwohl dieses Forschungsfeld bis vor Kurzem noch als „absolutes Neuland“ galt, erläuterten Türeci und ihr Mann, man habe  Immuntherapien gegen Krebs entwickeln wollen und dabei festgestellt, dass jeder Krebs einzigartig sei und „idealerweise individuell behandelt werden sollte“. Auf der Suche nach Technologien zur Umsetzung dieser Vision sei man auf mRNA gestoßen und habe zwei Jahrzehnte in Forschungen dazu investiert. 

Allein über diese Forschungen zu Krebstherapien hatte Türeci gesprochen, als sie beim Ludwig-Erhard-Gipfel 2020 am Tegernsee zu Gast war. (Video) Es mache keinen Sinn, so die Medizinerin damals u.a., sich bei seinen Entwicklungen danach zu richten, was gerade besonders „chic“ sei. Vielmehr müsse man im Auge haben, ob eine Entwicklung am Ende – etwa von den Kassen – auch bezahlt werden könne. Ihr Unternehmen (das sie 2008 zusammen mit ihrem Mann und der finanziellen Unterstützung der Zwillingsbrüder Strüngmann aus dem Landkreis Miesbach gegründet hat) suche deshalb in jeder Phase des Entwicklungsprozesses nach Wegen, möglichst kostengünstig arbeiten zu können.

Der #LEG21 am 21. und 22. Januar musste wegen des Corona-bedingten Lockdowns abgesagt werden. Dafür planen Goetz-Weimer und ihr Mann, der Publizist #WolfgangWeimer , nun für den 11. und 12. Mai einen #LudwigErhardSommerGipfel , der allerdings hauptsächlich in München über die Bühne gehen soll. Die Veranstalter fürchten, in der Weissach-Arena am Tegernsee, wo der Gipfel gewöhnlich stattfindet, die Abstandsregeln nicht einhalten zu können.