Biontech – Gründer erhalten Großes Verdienstkreuz mit Stern des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland

„Eine ähnlich existenzielle Großtat ist in diesem Schloss noch selten ausgezeichnet worden“, sagte Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier im Berliner Schloss Bellevue, als er im Beisein von Bundeskanzlerin Angela Merkel den höchsten deutschen Verdienstorden an die #BiontechGründer​ Dr. ÖzlemTüreci und Prof. #UğurŞahin verlieh. Viele hätten versucht, so Steinmeier weiter, den Impfstoff und dessen Entwicklung für sich zu vereinnahmen. Ein Impfstoff habe aber keine Nationalität – er sei weder deutsch noch türkisch, auch nicht amerikanisch. Gebraucht werde jetzt eine weltweite faire Verteilung der neuen Wirkstoffe. Der Bundespräsident wörtlich: „Denn jetzt hilft doch nur eines: mehr und schneller impfen – mit allen Mitteln, die wir haben“. Dies müsse „mit Mut, mit Klugheit, mit einem guten Stück mehr Pragmatismus“ geschehen. Steinmeier würdigte das Forscherehepaar mit türkischen Wurzeln als visionäre Wissenschaftler und Unternehmer, denen es gelungen sei, im richtigen Moment „das Entscheidende“ zu tun.

Der Biontech-Impfstoff war Ende Dezember 2020 als das erste Vakzin gegen Corona in der EU zugelassen worden. Zu Anfang hatte man den Wirkstoff vor allem deswegen kritisch beäugt, weil er auf einer völlig neuen Technologie basiert, der sogenannten mRNA-Technologie. Das Forscherpaar hatte jedoch wiederholt darauf hingewiesen, dass diese Technologie nicht von ihnen alleine entwickelt worden sei.

Im SPIEGEL-Interview (Nr. 1 / 2.1.2021) hatten Biontech-Medizinvorstand Türeci und -CEO Şahin berichtet, als „Immuningenieure“ hätten sie beide über zwei Jahrzehnte Erfahrung damit, Immunantworten im Körper auszulösen. Dank dieser Forschungen sei man in der Lage gewesen, in nie dagewesenem Tempo einen Impfstoff zu entwickeln. Trotzdem habe man zuerst nicht wissen können, ob das #CoronaVirus überhaupt empfänglich für ihre Impfstoffkandidaten sei. Es gebe verwandte Viren dieser Klasse, gegen die kein Impfstoff habe entwickelt werden können. Das aktuell grassierende Corona-Virus zeige aber glücklicherweise eine „vielschichtige Immunantwort“, die sehr wichtig sei, wenn das Virus weiter mutiere. Şahin gegenüber dem Spiegel wörtlich: „Sie müssen sich das so vorstellen: Die ausgelöste Immunantwort erkennt das sogenannte #Virusantigen an vielen Stellen. Durch eine Mutation kann das Virus zwar einzelne seiner Erkennungsstellen unkenntlich machen, aber sich nicht so grundlegend verändern, dass es für das Immunsystem unsichtbar wird.“

Rein technologisch könne #Biontech den #CoronaImpfstoff innerhalb von etwa 6 Wochen anpassen. Dann seien die Genehmigungsbehörden am Zug. Türeci wörtlich: „Akzeptieren sie, dass wir die Wirksamkeit und Sicherheit unseres Impfstoffes einmal grundsätzlich nachgewiesen haben, um ihn dann gegen weitere #Virusmutanten einzusetzen?“ Andernfalls müsse man noch einmal neue Studien mit Zehntausenden Probanden machen. Allerdings hätten die Behörden durchaus Erfahrung mit solchen Anpassungen. Auch der saisonale #Grippeimpfstoff werde jedes Jahr gegen neue Virusvarianten hergestellt.

Auf die Frage an Türeci und Şahin, warum sie sich ausgerechnet mit #mRNA beschäftigt hätten, obwohl dieses Feld bis vor Kurzem noch als „absolutes Neuland“ galt, antwortete das Forscherehepaar , bei den Forschungen zu Immuntherapien gegen Krebs habe man festgestellt, dass jeder Krebs einzigartig sei und „idealerweise individuell behandelt werden sollte“. Auf der Suche nach Technologien zur Umsetzung dieser Vision sei man auf mRNA gestoßen.

Allein über diese Forschungen zu Krebstherapien hatte Türeci gesprochen, als sie beim Ludwig-Erhard-Gipfel 2020 am Tegernsee zu Gast war. (Video) Es mache keinen Sinn, so die Medizinerin damals u.a., sich bei seinen Entwicklungen danach zu richten, was gerade besonders „chic“ sei. Vielmehr müsse man im Auge haben, ob eine Entwicklung am Ende – etwa von den Kassen – auch bezahlt werden könne. Ihr Unternehmen (das sie 2008 zusammen mit ihrem Mann und der finanziellen Unterstützung der Zwillingsbrüder Thomas und Andreas Strüngmann aus dem #LandkreisMiesbach gründete) suche deshalb in jeder Phase des Entwicklungsprozesses nach Wegen, möglichst kostengünstig arbeiten zu können.

Der diesjährige Gipfel ( #LEG2021 ) am 11. und 12. Mai findet coronabedingt nur virtuell statt. Die Veranstaltung, bei der das Thema Gesundheit erneut eine große Rolle spielen soll, wird aus Studio 6 auf dem Bavaria-Gelände in Grünwald gestreamt.