Biontech – Corona-Impfstoffe in klinischen Tests

Zusammen mit ihrem Mann, Prof. Ugur Sahin, führt Dr. Özlem Türeci das Mainzer Unternehmen, dessen vier Impfstoffkandidaten Ende April vom Paul-Ehrlich-Institut für klinische Tests zugelassen wurden – als erste in Deutschland.

Nicht nur zur Freude von Türeci und Sahin, auch die Holzkirchner Strüngmann-Zwillinge gratulierten begeistert, wie die Süddeutsche Zeitung am 15. Juni berichtete. Die Hexal-Gründer – sie verkauften den Generika-Hersteller 2005 an Novartis – halten etwa die Hälfte des BioNTech-Firmenkapitals.

Im SZ-Interview erklärte Ugur Sahin das Prinzip der von BioNTech entwickelten Impfstoffkandidaten: Man packe ein Stück genetische Information des Coronavirus in die Boten-RNA und injiziere diese in kleinen Fettkapseln in einen Muskel der Probanden. Der Impfstoff täusche im Körper eine Virusinfektion vor und stimuliere die Bildung einer Immunantwort. Man teste deshalb 4 mRNA-Varianten, weil bisher nicht klar sei, welches genetische Teilstück die wirksamsten Immunantworten hervorrufe.

Diese Technologie funktioniere ähnlich wie Impfstoffe gegen Krebs, an deren Entwicklung BioNTech bisher vor allem arbeitete. Elf Produkte dieser Krebs-Impfstoffe befänden sich in der klinischen Phase. Wenn alles gut gehe, könne man in einigen Jahren die ersten Therapien gegen Krebs auf den Markt bringen. (Bis dahin gehöre man zu den „Cash Burn“-Unternehmen, so Sahins Frau Özlem Türeci im Januar bei ihrem Besuch am Tegernsee -> O-Ton in unserem Video)

Wie viel Geld für die Entwicklung eines Impfstoffes gegen einen neuen Erreger gebraucht werde? Laut Sahin im Schnitt 1,5 Milliarden Dollar. Mit welchen Kosten für eine Impfdosis gegen das Coronavirus zu rechnen sei, wisse man noch nicht. Für die Herstellung brauche es große Mengen an Reagenzien, die deutlich teurer seien als Gold.