Corona – Ärztlicher Leiter Krankenhauskoordinierung

Für schwer(er) erkrankte Covid-19-Patienten einen Behandlungsplatz in einem der vier #Schwerpunktkrankenhäuser im Rettungsdienstbereich Rosenheim zu finden und dabei immer auch die Bedürfnisse anderer Notfallpatienten im Auge zu behalten, ist die Aufgabe von Dr. med. Michael Städtler, Funktionsoberarzt und Facharzt für Anästhesiologie, Intensivmedizin und Notfallmedizin an der RoMed Klinik Rosenheim, in seiner Funktion als #ÄrztlicherLeiterKrankenhauskoordinierung im #RettungsdienstbereichRosenheim , zu dem die Landkreise Miesbach und Rosenheim sowie die kreisfreie Stadt Rosenheim gehören.

Zu Schwerpunktkrankenhäusern bestimmt wurden das #KrankenhausAgatharied sowie die RoMed-Kliniken Rosenheim, Wasserburg und Bad Aibling.

Was die gefürchtete künstliche Beatmung angeht, hat man laut Städtler seit der ersten Welle deutlich hinzugelernt. Im Frühjahr habe man die #Intubation früher eingesetzt, „weil die Patienten auf die behandelnden Ärzte den Eindruck machten, dass es der Patient jetzt braucht, weil er sonst nicht überlebt“. Inzwischen bekomme der Covid-19-Patient immer noch eine künstliche Beatmung, wenn er diese brauche. „Aber man hat herausgefunden, dass die nichtinvasive Beatmung, also mittels einer aufgeschnallten Maske oder #High-Flow-Sauerstoff – Sauerstoff angefeuchtet mit hoher Flussrate – über eine spezielle Nasenbrille, und der Patient sich selbst in Bauchlage legt, dass hier die Verläufe günstiger sein können“. Das habe man im vergangenen Frühjahr noch nicht gewusst und auch nicht auszuprobieren gewagt. Intubiert werde zwar immer noch, „aber die Schwelle sieht man jetzt ein bisschen anders“.

Städtler zur aktuellen Corona-Lage in den Krankenhäusern der Region: „Beherrschbar, aber ernst.“

Die Pressesprecherin des Krankenhauses Agatharied, Melanie Speicher, äußerte sich am Freitag ähnlich. In den 14 sogenannten High-Care-Intensiv-Betten wurden nach ihren Angaben zu diesem Zeitpunkt vier Covid-19-Patienten behandelt, außerdem 8 Patienten mit anderen schweren Erkrankungen, deren Behandlung nicht verschoben werden kann, bzw. Notfallpatienten. Diese Intensiv-Behandlungsplätze sind mit allen für die Intensivtherapie üblichen Geräten, medizinischen Gasen (wie Sauerstoff) und auch personell so ausgestattet, dass in diesen Betten eine vollumfängliche intensivmedizinische Versorgung, eine sogenannte „High-Care“–Pflege erfolgen kann. Das bedeutet beispielsweise, dass Patienten in diesen Betten an ein Beatmungsgerät angeschlossen werden können. Intubierte Patienten werden durch einen über den Mund-Rachenraum eingebrachten “klein-Finger-dicken“ Plastikschlauch, angeschlossen an ein Beatmungsgerät, ganz oder teilweise mit Sauerstoff versorgt und haben einen besonders hohen Pflegebedarf. Bei Covid-Infektionen sind beispielsweise in jeder Schicht aufwendige Lagerungsmaßnahmen durchzuführen. In den 12 weiteren Low-Care-Betten der Intensivstation wurden am Freitag laut Speicher 1 Covid-Patient und 9 Patienten mit anderen schwereren Erkrankungen („Non-Covid-Patienten“) versorgt. Die Belegung ändere sich jedoch stündlich. Sollte der Bedarf an Intensivbetten für Corona-Patienten bald steigen, könne eine Normalstation für die Intensivbehandlung umfunktioniert werden. Die Vorkehrungen dazu habe man schon einmal im vergangenen Sommer getroffen. Die Zusammenarbeit mit den übrigen Schwerpunktkrankenhäusern des Rettungsdienstbereichs funktioniere wie schon seit Monaten gut.