Corona – Ärztlicher Leiter Krankenhauskoordinierung

Dr. Michael Städtler , ärztlicher Leiter Krankenhauskoordinierung im Rettungsdienstbereich Rosenheim, zu dem der Landkreis Miesbach sowie Stadt und Landkreis Rosenheim gehören, erläutert im Lawiki.bayern-Video vom 1.12.20, wie die Zusammenarbeit der für Covid-19-Patienten zuständigen Schwerpunktkrankenhäuser organisiert ist. Zu den Schwerpunktkrankenhäusern gehören Agatharied sowie die Romed-Kliniken Rosenheim, Bad Aibling und Wasserburg. Außerdem eingebunden sind die Schön-Fachkliniken in Bad Aibling und Vogtareuth. Bei seiner Koordination stützt sich Dr. Städtler auch auf die Plattform Ivena (Interdisziplinärer Versorgungsnachweis). Über seine Vernetzung mit allen 26 Leitstellen in Bayern findet er notfalls freie Betten in weiter entfernten Krankenhäusern. In unserem Video spricht der Funktionsoberarzt und Facharzt für Anästhesiologie, Intensivmedizin und Notfallmedizin an der RoMed Klinik Rosenheim auch die gefürchtete künstliche Beatmung an. Diesbezüglich habe man seit der ersten Welle deutlich hinzugelernt. Im (vergangenen) Frühjahr habe man die Intubation früher eingesetzt, „weil die Patienten auf die behandelnden Ärzte den Eindruck machten, dass es der Patient jetzt braucht, weil er sonst nicht überlebt“. Inzwischen bekomme der Covid-19-Patient immer noch eine künstliche Beatmung, wenn er diese benötige. „Aber man hat herausgefunden, dass die nichtinvasive Beatmung, also mittels einer aufgeschnallten Maske oder HighFlowSauerstoff – Sauerstoff angefeuchtet mit hoher Flussrate – über eine spezielle Nasenbrille, und der Patient sich selbst in Bauchlage legt, dass hier die Verläufe günstiger sein können“. Das habe man im Frühjahr (2020) noch nicht gewusst und auch nicht auszuprobieren gewagt. In diesem Zusammenhang sehenswert sind auch die Ausführungen des Intensivmediziners Prof. Uwe Janssens am 7. April 2021 in der ZDF-Sendung Markus Lanz (etwa bei TC 42.50).

Durch hohe Zahl von Corona-Patienten in den Krankenhäusern ist eine wohnortnahe Versorgung neuer Patienten oft nicht möglich

Laut Merkur vom 14.12.2021 sind die Krankenhäuser immer wieder überlastet. Häuser mit freien Kapazitäten sind dann manchmal nur noch in größerem Umkreis zu finden.

Corona-Schwerpunktkrankenhäuser in Oberbayern dürfen in den kommenden Wochen keine aufschiebbaren Behandlungen durchführen

Die entsprechende Anweisung der Regierung von Oberbayern an die Kliniken liege der Redaktion vor, so BR24 am 17. November 2021. Laut Klarstellung des bayerischen Gesundheitsministers Klaus Holetschek geht es „um planbare Eingriffe, die aus medizinischer Sicht verschoben werden können“. Sei ein Eingriff unter medizinischen Aspekten dringend nötig, könne er auch weiterhin durchgeführt werden. Entscheidend sei „die medizinische Dringlichkeit“. Die Kapazitäten, die durch die Maßnahme frei werden, sollen für die Behandlung von Corona- und Notfallpatienten genutzt werden. Die Anordnung der Regierung von Oberbayern gilt den Angaben nach bis 10. Januar 2022 und kann bei Bedarf verlängert werden. Wie es heißt, erfolgte die Anordnung auf Grundlage der Allgemeinverfügung, die das bayerische Gesundheitsministerium in Zusammenhang mit der jüngsten Feststellung des Katastrophenfalls in Bayern erlassen hat. Danach kann der jeweilige Ärztliche Leiter Krankenhauskoordinierung für die Versorgung von Corona-Patienten vorrangig genutzte Krankenhäuser verpflichten, „bestimmte Anteile ihrer stationären Kapazitäten für die Behandlung von Corona-Patienten, Notfallpatienten sowie solchen Patienten zu reservieren, deren elektive Behandlung aus medizinischen Gründen nicht verschoben werden kann“. Zur Freihaltung von Kapazitäten können laut BR24 auch solche Krankenhäuser verpflichtet werden, die nicht als Corona-Schwerpunktkrankenhäuser gelten.