Naturkäserei TegernseerLand e.G.

Hans Leo, der zu den Gründern der #NaturkäsereiTegernseerLand gehört und diese bis Ende Juni 2019 als Geschäftsführer und Vorstandschef leitete, erläuterte 2016 vor unserer Kamera, warum die Genossenschaft im heutigen #Bergsteigerdorf Kreuth gegründet wurde (s.u.).

Wie schon damals dreht sich auch heute noch alles um die wertvolle #Heumilch . Laut Merkur vom 13.10.20 hat die Naturkäserei seit September einen neuen sicheren Abnehmer: das Krankenhaus Agatharied. 180 Liter werden pro Woche dorthin geliefert. Der Landkreis Miesbach als Träger des Krankenhauses unterstütze diese Zusammenarbeit, so die Vorstandsvorsitzende der Naturkäserei, Sophie Obermüller. Den Bereich Gesundheit wolle man bei der Vermarktung weiter im Auge behalten.

Obwohl die 21 Lieferbetriebe aus dem Umkreis von maximal 20 Kilometern ihre Weiden weder künstlich düngen noch spritzen, haben nur 4 dieser Milchbauern ein offizielles Bio-Gütesiegel. Deren Biomilch wird getrennt erfasst und mit 55 statt 50 Cent je Liter abgerechnet. Nach Darstellung der Genossenschaft ist entgegen ursprünglicher Planung eine Umstellung auf Bio nicht allen Betrieben möglich. Nicht alle könnten die teuren baulichen Vorgaben erfüllen. Die Qualität der Milch sei dadurch jedoch nicht beeinträchtigt.

Zu unserem Video-Interview von 2016 mit dem damaligen Vorstandsvorsitzenden #HansLeo am Reißenbichl in Kreuth:

Landwirtschaft ist Nahrungsmittelproduktion, angewandter Tierschutz sowie Kulturlandschafts- und Umweltschutz, so Leo damals über sein Verständnis. Die Naturkäserei Tegernseer Land e.G. sei der Versuch, das alles miteinander zu verbinden. Warum als Genossenschaft gegründet? Kunden und Landwirte sollten an einen Tisch gebracht werden, um ein #ganzheitlichesWirtschaften zu ermöglichen.

Entwickelt habe man die Idee unter enormem wirtschaftlichen Druck. Die Milchwirtschaft, die es seit 1000 Jahren im Tegernseer Tal gebe, sei in den vergangenen Jahren immer schwieriger geworden. Man habe unter schweren Erzeugungsbedingungen einen „super Rohstoff“ hergestellt, ihn aber für nur wenig Geld exportieren können. Die eigentliche Wertschöpfung sei anderswo entstanden, so dass die Milchbauern hier immer weniger von ihren Einnahmen hätten leben können. In ihrem Urlaub, den sie sich selten genug hätten leisten können, seien sie darauf gekommen, wie die Wertschöpfung im Land zu halten wäre.

Die daraus entstandenen Produkte könne man heute z.B. in Münchner Feinkostläden kaufen – zu einem Preis, der den Fortbestand der kleinteiligen Milchwirtschaft sichere. So Leos Einschätzung im Jahr 2016.