Tanne – Verjüngungsmaßnahmen für den Tiefwurzler

Beim Waldbegang zwischen Nicklalm und Dunkelmoos 2015 erläuterte Gerhard Waas, Leiter des Forstreviers Schaftlach-Fischbachau, wie Verjüngungsmaßnahmen für die #klimastabileTanne gelingen können. Zu Wort kommt auch Georg Schmotz-Schöpfer, 1. Vorstand der Jagdgenossenschaft Waakirchen.

„Junge Tannen sind für Rehe wie Pralinen“ (Christian Weber, Bereichsleiter Forsten im AELF Holzkirchen, am 1.9.2020 im Holzkirchner Merkur, zitiert in einem Artikel über den Zielkonflikt #WaldvorWild oder #WildvorWald )

Die Waldbesitzervereinigung (Merkur-Redakteur #DieterDorby spricht in seinem Kommentar am 19.11.2020 von einer „Wirtschaftsbranche“, in der das Wort „Gewinnoptimierung“ durchaus bekannt sei) sieht deshalb laut Merkur den Umbau hin zu „klimatoleranteren Wäldern“ in Gefahr. Vor allem der „Hoffnungsbaum“ Tanne leide unter zu hohem Verbiss. Dass etwa Anträge auf Schießzeitverlängerungen in den Januar abgelehnt würden, könne er deshalb nicht verstehen, so Michael Lechner, der Vertreter der Waldbesitzer. Auch für die vorgeschriebene Prüfung, ob ein geschossenes Stück Wild den Altersvorgaben der zum Schutz des Waldes aufgestellten Abschusspläne entspreche, habe er kein Verständnis. Man könne nicht mehr (wie es die waidgerechte Jagd vorschreibt/ Anmerk.d.Red.) jedes Tier vor dem Schuss zehnmal anschauen*. Die Jagd habe für den nötigen Umbau des Waldes eine „dienende Funktion“.

#WolfgangKuhn, der seit 1.11.2020 amtierende Jagdberater des Landkreises, lehnt eine solche „Polarisierung“ ab. Im Merkur-Interview sagte der 67-jährige Diplom-Forstwirt und Jäger, er wolle Menschen einbinden und nicht vor den Kopf stoßen. Die Jagd sei notwendig für Wald und Wildbestände, aber man müsse sie sachlich fundiert und im Sinne des Tierschutzes durchführen. Das sei vielen Menschen wichtig.

*Dazu ein Auszug aus dem Leserbrief des Bad Wiesseers David Rott im Merkur vom 24.11.2020: „Die Forderung von Waldbauer Lechner ‚Zahl vor Wahl bei Abschüssen‘ würde z.B. auch die Beendigung des Muttertierschutzes beinhalten.“ Damit dürfe einem Kitz die Mutter „weggeschossen“ werden. David Rott weist außerdem auf die Bedeutung von Alters- und Geschlechtsstruktur im Wildbestand hin.