Türeci, Dr. Özlem

Beim Ludwig-Erhard-Gipfel 2020 hatte Dr. #ÖzlemTüreci , Medizin-Vorstand des Mainzer Biotechnologie-Unternehmens #BioNTech SE, noch ausschließlich über den bis dahin eigentlichen Firmenschwerpunkt, die Individualisierte Immuntherapie gegen Krebs, gesprochen.

Im SPIEGEL-Interview (Nr. 1 / 2.1.2021) äußerten sich Türeci und ihr Mann, #BiontechCEO Prof. #UğurŞahin , u.a. über ihren mittlerweile in 50 Ländern zugelassenen #CoronaImpfstoff . Eine weiterentwickelte Generation könne im Spätsommer kommen, so Türeci. Voraussichtlich in drei Monaten werde man zunächst einmal die Vorgaben für Transport und Lagerbedingungen verbessern können. Zu den Möglichkeiten des Unternehmens, die Produktionskapazitäten deutlich hochzufahren, sagte Şahin, man versuche, neue Kooperationspartner zu gewinnen. Allerdings sei es nicht so, dass überall in der Welt spezialisierte Fabriken ungenutzt herumstünden und jetzt „von heute auf morgen Impfstoff in der nötigen Qualität herstellen könnten“. Die Herstellung von mRNA-Impfstoffen in Arzneimittelqualität sei „alles andere als trivial“. Da könne man nicht einfach von Aspirin- oder Hustensaftproduktion umschalten und plötzlich Impfstoff herstellen. Dieser Prozess erfordere jahrelange Expertise sowie eine „entsprechende bauliche und technologische Ausstattung“. Ende Januar stelle sich heraus, wie viel mehr man produzieren könne, um die Löcher zu stopfen, die dadurch entstanden sind, dass andere Impfstoffe nicht wie erwartet zugelassen wurden.

Zum von vielen Menschen in Deutschland geforderten Sonderkontingent ( #Biontech hatte Forschungsgelder vom Bund erhalten) sagte Şahin gegenüber dem SPIEGEL weiter, Deutschland werde ausreichend Impfstoff bekommen. Man habe jedoch von Anfang an betont, dass Biontech sich als „globales Unternehmen verstehe“ und seinen Impfstoff weltweit zur Verfügung stelle. Der Biontech-Chef wörtlich: „Wenn 500.000 Dosen für ein Entwicklungsland bestimmt sind, müssen die dort auch wirklich ankommen. Wichtig ist, dass in möglichst vielen Ländern ältere Menschen und das medizinische Personal geimpft werden können.“

Auf die Frage, was beide Forscher motiviert habe, sich ausgerechnet mit mRNA zu beschäftigen, obwohl dieses Forschungsfeld bis vor Kurzem noch als „absolutes Neuland“ galt, erläuterten Türeci und ihr Mann, man habe Immuntherapien gegen Krebs entwickeln wollen und dabei festgestellt, dass jeder Krebs einzigartig sei und „idealerweise individuell behandelt werden sollte“. Auf der Suche nach Technologien zur Umsetzung dieser Vision sei man auf mRNA gestoßen und habe zwei Jahrzehnte in Forschungen dazu investiert.

Allein über diese Forschungen zu Krebstherapien hatte Türeci gesprochen, als sie beim Ludwig-Erhard-Gipfel 2020 am Tegernsee zu Gast war. (Video) Es mache keinen Sinn, so die Medizinerin damals u.a., sich bei seinen Entwicklungen danach zu richten, was gerade besonders „chic“ sei. Vielmehr müsse man im Auge haben, ob eine Entwicklung am Ende – etwa von den Kassen – auch bezahlt werden könne. Ihr Unternehmen (das sie 2008 zusammen mit ihrem Mann gegründet hat) suche deshalb in jeder Phase des Entwicklungsprozesses nach Wegen, möglichst kostengünstig arbeiten zu können.

Die Wirkungsweise des Impfstoffs von Biontech erklärt Şahin, Professor für experimentelle Onkologie an der Universität Mainz, in einem weiterem Video (ab TC 10.20 Min.). Der heute 55-Jährige war 2019 mit dem Deutschen Krebspreis ausgezeichnet worden. Türeci (im Biontech-Video ab 8.04 Min.) ist Vorsitzende und Mitinitiatorin der gemeinnützigen Organisation Ci3 (Clusterinitiative für Individualisierte Immunintervention/ Infos im Biontech-Video ab 6.25 Min.) und Vorstandsmitglied der Association for Cancer Immunotherapy (CIMT/ im Video ab 7.20 Min.). Anfang Dezember 2020 erhielt das Forscherpaar beim 13. Deutschen Nachhaltigkeitspreis einen Ehrenpreis.

Zu den Biontech-Anteilseignern gehören auch die Zwillingsbrüder Andreas und Thomas #Strüngmann , die 1986 im oberbayerischen Holzkirchen den Generika-Hersteller #Hexal gegründet und 2005 an die Schweizer Novartis-Gruppe verkauft hatten. 2014 erwarben die Strüngmann-Brüder die Marke #KlingePharma und deren Produkte. Seit April 2017 ist die Firmenzentrale in Holzkirchen angesiedelt.

Der #LEG21 am 21. und 22. Januar musste wegen des Corona-bedingten Lockdowns abgesagt werden. Dafür planen Goetz-Weimer und ihr Mann, der Publizist #WolfgangWeimer , nun für den 11. und 12. Mai einen #LudwigErhardSommerGipfel , der allerdings hauptsächlich in München über die Bühne gehen soll. Die Veranstalter fürchten, in der Weissach-Arena am Tegernsee, wo der Gipfel gewöhnlich stattfindet, die Abstandsregeln nicht einhalten zu können.