Wasserschutzzone Thalham-Reisach-Gotzing – Konflikt um Neuausweisung

Unter Berufung auf Altrechte bezieht die Stadt München lange schon Trinkwasser aus dem Mangfalltal. Wie Jens Zangenfeind, Bürgermeister in Hausham und stellvertretender Landrat im Kreis Miesbach, am 18. Oktober 2021 bei einer Pressekonferenz (im weitesten Sinne) zum Thema erläuterte, hätten sich „technische Gegebenheiten und Messverfahren“* inzwischen so weit geändert, dass das entsprechende Wasserschutzgebiet Thalham-Reisach-Gotzing neu ausgewiesen werden müsse. Der Geltungsbereich der Schutzzone und einzelne Auflagen seien neu zu gestalten mit dem Ziel, die derzeitige Wasserqualität zu erhalten. Der Konflikt rühre daher, dass Bürger*innen, die im Umfeld der Schutzzone wohnten, wie auch Gemeinden in diesem Gebiet Bedenken hätten, die Neuausweisung könne sich negativ für sie auswirken. Um diese Sorgen müsse man sich kümmern. Er sei jedoch zuversichtlich, dass das Gebiet in einem offenen und transparenten Verfahren festgelegt werden könne, das am Ende alle zufriedenstelle, so Zangenfeind weiter.

*Dabei geht es u.a. um einen Verbindungsstollen zwischen der östlichen (Richtung Mangfall) und westlichen (München) Ableitung an der Wasserfassung Reisach. Wie Landrat Olaf von Löwis in der Pressekonferenz (s.o.) ausführte, sei dieser zwischen 1924 und 1931 möglicherweise ohne Genehmigung gebaut worden. Es sei nicht auszuschließen, dass durch diesen Stollen die Ableitungskapazität der Wasserfassung Reisach erhöht wurde. Eine solche Veränderung der Gewinnungsanlage sei von den Altrechten Münchens auf Trinkwasser aus dem Mangfalltal nicht gedeckt, womit es die bisher von München verteidigten Altrechte nicht mehr gäbe. Von Löwis betonte jedoch, der Landkreis Miesbach wolle den Münchnern keineswegs den Trinkwasserhahn zudrehen. Das sei ein „völlig absurder“ Gedanke.