Wilhelm, Ulrich

In unserem Video von 2017 erläutert Ulrich Wilhelm anhand von Beispielen, was wir für unseren Rundfunkbeitrag von den öffentlich-rechtlichen Sendern bekommen. Auch die Bedeutung unabhängiger Berichterstattung für den Fortbestand unserer Demokratie sei nicht hoch genug einzuschätzen. Gerade in Zeiten von #FakeNews seien die durch unsere Beiträge finanzierten Sender unverzichtbar, um die Demokratie gegenüber denjenigen zu verteidigen, die unsere Gesellschaftsform ablehnten.

Auch Identitätsstiftung gehöre zum Auftrag unseres Rundfunksystems, so Ulrich Wilhelm weiter. Für den Zusammenhalt in der Gesellschaft sei es wichtig, dass in der Region Bilder über die Region erzeugt würden. Der Blick auf Deutschland dürfe nicht allein von Netflix, Amazon und Co geprägt werden, die überall auf der Welt die gleichen Inhalte ausrollten. Auch Unterhaltung und Spielfilme beeinflussten schließlich unsere Wertentscheidungen.

Der BR-Intendant erklärt im Video von Lawiki.bayern außerdem, warum die Väter des Grundgesetzes unbedingt hatten verhindern wollen, dass Einzelne mit großem Vermögen zu starken Einfluss auf die öffentliche Meinung nehmen können. Dies sei auch im heutigen Dualen Rundfunksystem zu beachten, wo etwa Investoren wie Mediaset, das von der Familie des ehemaligen italienischen Ministerpräsidenten Berlusconi kontrolliert werde, sich bei unseren privaten Sendern einkauften. (Heute hält Mediaset laut Süddeutscher Zeitung vom 9.6.2020 bei Pro Sieben Sat1 24,2 Prozent der Anteile. Ein noch größeres Stimmgewicht komme inzwischen wohl der Investorengruppe um den tschechischen Milliardär Daniel Kretinsky zu, und auch der US-Finanzinvestor KKR bestimme kraft seiner Anteile an unterschiedlichen Stellen des deutschen Privatsenders mit.)

In unserem Video-Beitrag, der im Anschluss an eine Veranstaltung des Rotary Clubs Holzkirchen 2017 im Oberbräu-Festsaal der Marktgemeinde aufgezeichnet wurde, kommt auch der ehemalige BR-Rundfunkrat Karl Heinz Eisfeld zu Wort.

Kurz vor Ende seiner Amtszeit als ARD-Vorsitzender hatte Wilhelm im Dezember 2019 in der Süddeutschen Zeitung erneut für ein – wie er es nennt – #digitalesÖkosystem geworben, das auch unter dem Schlagwort #Supermediathek diskutiert wird. Gebraucht werde eine europäische Alternative zu den US-Plattformen, die auf der Basis europäischer Werte stehen müsse.