#BiontechImpfstoff : #NorwegischeÄrzte sollen Risiken für besonders gebrechliche #Impfkandidaten abwägen

Als Reaktion auf die Todesfälle, die in Norwegen nach Impfungen mit dem Vakzin von #BiontechPfizer aufgetreten waren, ordnete die norwegische Arzneimittelbehörde laut BR24-Faktenfuchs wörtlich an: „Für diejenigen mit einer sehr kurzen Lebenserwartung können die Vorteile einer Impfung marginal oder irrelevant sein. Deshalb sollte bei extrem gebrechlichen und unheilbar kranken Patienten sorgfältig zwischen Vorteilen und Nachteilen der Impfung abgewogen werden.“ Eine Verschlechterung ihres Gesundheitszustandes sei „nicht auszuschließen“. Impfreaktionen, die in der Regel eher mild ausfielen, könnten einen älteren Menschen in eine ernste Lage bringen. Die Behörde gehe jedoch davon aus, dass für die meisten älteren Menschen die Nebenwirkungen der Impfung „mehr als aufgewogen“ würden dadurch, dass sie nicht schwer an Covid-19 erkrankten.

Nach Darstellung des BR24-Faktenfuchses sind in Norwegen bisher 33 ältere, schwer vorerkrankte Menschen gestorben, nachdem sie gegen Covid-19 geimpft worden waren. Ein Zusammenhang zwischen Tod und Impfung sei aber bisher nicht eindeutig nachgewiesen. 13 Fälle habe man bislang näher untersucht. Erste Ergebnisse deuteten darauf hin, dass übliche Nebenwirkungen der Impfung bei den meist Schwerkranken zu schwerwiegenden Reaktionen geführt haben könnten.

Bei den in Deutschland bislang gemeldeten 10 Todesfällen kurz nach einer Corona-Impfung hält das Paul-Ehrlich-Institut laut Deutschlandradio einen Zusammenhang mit der Immunisierung für eher unwahrscheinlich. In diesen Fällen seien schwerkranke Menschen innerhalb von vier Tagen nach der Impfung gestorben. Es sei davon auszugehen, dass die Patienten an ihrer Grunderkrankung starben, „in zeitlich zufälligem Zusammenhang mit der Impfung“, wie es wörtlich heißt. Es habe sich um „sehr schwer kranke Patienten mit vielen Grunderkrankungen“ gehandelt. Manche seien palliativ behandelt worden. RKI-Präsident Wieler hatte schon vor Beginn der Impfkampagne darauf hingewiesen, dass aufgrund der statistischen Wahrscheinlichkeit Menschen im zeitlichen Zusammenhang mit der Impfung versterben würden, etwa weil zuerst „die alten und hochaltrigen Menschen“ geimpft würden, die aufgrund ihres Alters allgemein ein höheres Risiko hätten zu sterben.

Bei den Zulassungsstudien für den Impfstoff von Biontech und Pfizer wurden sehr gebrechliche Patienten mit akuter Erkrankung nicht eingeschlossen. Auch nur wenige Menschen über 85 hatten an den Studien teilgenommen. Darauf hatte Biontech seinerzeit selbst hingewiesen.

Zum Risiko einer höheren Gefährdung durch neue deutlich ansteckendere Mutationen hatten Biontech-Medizinvorstand #ÖzlemTüreci und -CEO Prof. #UğurŞahin im SPIEGEL-Interview (Nr. 1 / 2.1.2021) erläutert, rein technologisch könne #Biontech den #CoronaImpfstoff innerhalb von etwa 6 Wochen anpassen. Dann seien die Genehmigungsbehörden am Zug. Türeci wörtlich: „Akzeptieren sie, dass wir die Wirksamkeit und Sicherheit unseres Impfstoffes einmal grundsätzlich nachgewiesen haben, um ihn dann gegen weitere Virusmutanten einzusetzen?“ Andernfalls müsse man noch einmal neue Studien mit Zehntausenden Probanden machen. Allerdings hätten die Behörden durchaus Erfahrung mit solchen Anpassungen. Auch der saisonale #Grippeimpfstoff werde jedes Jahr gegen neue Virusvarianten hergestellt. Laut Şahin laufen bereits Gespräche mit den Zulassungsverantwortlichen.

Auf die Frage an das Forscherehepaar Türeci und Şahin, warum sie sich ausgerechnet mit mRNA beschäftigt hätten, obwohl dieses Forschungsfeld bis vor Kurzem noch als „absolutes Neuland“ galt, antworteten beide , man habe Immuntherapien gegen Krebs entwickeln wollen und dabei festgestellt, dass jeder Krebs einzigartig sei und „idealerweise individuell behandelt werden sollte“. Auf der Suche nach Technologien zur Umsetzung dieser Vision sei man auf mRNA gestoßen und habe zwei Jahrzehnte in Forschungen dazu investiert.

Allein über diese Forschungen zu Krebstherapien hatte Türeci gesprochen, als sie beim Ludwig-Erhard-Gipfel 2020 am Tegernsee zu Gast war. (Video) Es mache keinen Sinn, so die Medizinerin damals u.a., sich bei seinen Entwicklungen danach zu richten, was gerade besonders „chic“ sei. Vielmehr müsse man im Auge haben, ob eine Entwicklung am Ende – etwa von den Kassen – auch bezahlt werden könne. Ihr Unternehmen (das sie 2008 zusammen mit ihrem Mann und der finanziellen Unterstützung der Zwillingsbrüder Thomas und Andreas #Strüngmann aus dem Landkreis Miesbach gründete) suche deshalb in jeder Phase des Entwicklungsprozesses nach Wegen, möglichst kostengünstig arbeiten zu können.

Der für den 21. und 22. Januar geplante #LEG21 wurde jetzt wegen des Lockdowns ​abgesagt. Dafür soll es heuer einen Ludwig-Erhard-Sommer-Gipfel geben, der am 11. und 12. Mai über die Bühne gehen soll, allerdings nicht wie gewöhnlich in der Weissach-Arena am Tegernsee, sondern in einer größeren Münchner Halle. Die Veranstalter fürchten, sonst die Abstandsregeln nicht einhalten zu können.