Ludwig-Erhard-Gipfel am Tegernsee – Signs Award für „Weltenretter“ von Biontech für Social Leadership Wissenschaft

Die Laudatio für das Professoren-Ehepaar Özlem Türeci und Uğur Şahin hielt Prof. Jochen Maas (Sanofi Deutschland) und hob dabei besonders die Persönlichkeit der Coronaimpfstoffentwickler hervor (im Video ab TC 2.34.00). Im anschließenden Gespräch mit den Gipfelveranstaltern Christiane Goetz-Weimer und Wolfram Weimer sagte Şahin, die Pandemie sei nicht besiegt, man habe ihr nur den Schrecken genommen. Gegen die Omikron-Variante des Virus schütze der Biontech-Impfstoff nicht ganz so effektiv wie gegen die früheren Varianten, schwere Erkrankungen aber würden verhindert. Türeci ergänzte, wir befänden uns in einer dynamischen Phase, in der man schlecht voraussagen könne, wie oft und mit welcher Art von Impfstoff – ob vielleicht mit einer angepassten Variante – in den nächsten 12 bis 18 Monaten geimpft werden solle. Man müsse noch immer über den Virus dazulernen. Wahrscheinlich werde wie gegen Influenza ein jährlicher Schutz gegen den jeweiligen saisonalen Virus gebraucht. Wie viel Zeit das Nachsteuern in Anspruch nehme? Prinzipiell sei die Technologie schnell, so die Medizinerin, eine Umstellung auf adaptierte Impfstoffe in 100 Tagen möglich. Das aktuelle Varianten-Spike werde ausgetauscht wie im Lego-Baukasten. Türeci war bereits beim Ludwig-Erhard-Gipfel 2020 zu Gast, damals als Unternehmerin, die mit ihrem Team zu personalisierten Immuntherapien gegen Krebs forscht. Wie Şahin jetzt bestätigte, liefen die onkologischen Forschungen auch während der Coronaimpfstoffentwicklung – wenn auch verlangsamt – weiter. Mit einem personalisierten Impfstoff gegen Krebs könne bereits in 2-4 Jahren zu rechnen sein.