Wasserschutzzone Thalham-Reisach-Gotzing – Gutachten von Prof. Tröger/ Ergebnis

Der vom Landkreis Miesbach beauftragte Berliner Hydrogeologie-Professor Uwe Tröger sieht überlastete Kläranlagen als Ursache für eine von den Stadtwerken München beanstandete tageweise mikrobakterielle Verkeimung des Münchner Trinkwassers. Hochwasser und Starkregenereignisse an den betreffenden Tagen hätten dazu geführt, dass Kläranlagen in der Region ihrer Aufgabe nicht wie üblich hätten nachkommen können. Teilweise sei Abwasser sogar direkt in die Mangfall geflossen.

Wie Landrat Olaf von Löwis bei einer Pressekonferenz am 18. Oktober 2021 berichtete, habe Prof. Trögers Gutachten der Regierung von Oberbayern bereits seit 23. August vorgelegen, ohne dass sich die Behörde dazu geäußert habe. Dass unter diesen Umständen am 15. Oktober – der Freitag vor der PK – um 15 Uhr eine Pressemitteilung veröffentlicht wurde, in der die Regierung (v.O.) bekanntgegeben habe, dass sie das Ergebnis des Gutachtens nicht akzeptiere und er nun bis 1. Dezember Zeit habe, ein Dünge- und Beweidungsverbot in der Zone IIa des Wasserschutzgebietes Thalham-Reisach-Gotzing anzuordnen, „erschüttere“ ihn, so Landrat von Löwis. Dieser irritierende Schritt der Regierung von Oberbayern trage nicht dazu bei, Vertrauen zu schaffen und damit ein transparentes und offenes Ausweisungsverfahren zu ermöglichen, in dem Münchens Trinkwasserentnahme aus der Mangfall rechtlich neu geregelt werden solle.

Landrat von Löwis will die neuerliche Verpflichtung zu einem Verbot von Düngung und Beweidung für die Reisach-Fassung nicht einfach so hinnehmen. Wenn beides nicht die Ursache der vorübergehenden mikrobiologischen Verunreinigung des Trinkwassers für München gewesen sei, erscheine es nicht zielführend, jetzt ein Verbot von Düngung und Beweidung anzuordnen, nur weil der Katalog „standardisierter Präventionsmaßnahmen“ dies vorsehe. Vielmehr müsse man sich fragen, wie die Klärwerke so zu ertüchtigen seien, dass unser Abwasser auch bei Starkregen und Hochwasser vollständig geklärt werden könne. Wer eine solche Aufrüstung zu bezahlen habe, sei ebenfalls offen. Von Löwis verwies dabei auf Prof. Trögers Aussage, dass diesbezügliche Probleme in ganz Deutschland anzutreffen seien.